Hygienemanagement

Für mehr Sicherheit von Patienten und Personal: Praktische, evidenzbasierte Empfehlungen für den Infektionsschutz bei SARS-CoV-2 und COVID-19.

23.11. Episode 22

Hygiene im Ausnahmezustand

23.11.2020Hygienemanagement

Hygiene im Ausnahmezustand

In unserem Corona Hygiene-Tagebuch berichtet Dieter Wieting, Hygienefachkraft am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende, mit welchen Strategien er in Zeiten von COVID-19 den Patienten- und Personalschutz aufrecht erhält.

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15.09.2020
Patientensicherheit

Prävention minimiert Risiken deutlich

15.09.2020Hygienemanagement // Patientensicherheit

Prävention minimiert Risiken

Viele Patienten mieden aus Angst vor einer Ansteckung während der hochakuten Corona-Pandemie die Notfallaufnahmen. So sank allein die Zahl der Herzinfarkt- und Schlaganfall-Patienten in den ZNA um mehr als 30 Prozent. Die gute Nachricht für die Patientensicherheit: Umfassende Präventionsmaßnahmen können das Risiko einer nosokomialen Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Kliniken deutlich reduzieren. Als besonders effiziente Maßnahmen identifizierten die Autoren das generelle Tragen von Masken auf Seiten des Personal und der Patienten sowie ein spezifisches RT-PCR-Protokoll.

Asymptomatische Patienten eine Herausforderung

Die Angst vor einer Ansteckung mit den neuartigen Coronaviren führte bei vielen potenziellen Patienten dazu, eine medizinisch indizierte stationäre Behandlung aufzuschieben. Ein erheblicher Anteil von Patienten mit COVID-19 ist prä- oder asymptomatisch, dabei jedoch hochansteckend. Diese Eigenschaft des neuartigen Coronavirus erschwert es, positive Patienten frühestmöglich zu detektieren und potenzielle Infektionsketten zu unterbrechen. Dass umfangreiche Hygiene-, Isolations- und Testmaßnahmen nosokomiale Infektionen mit SARS-CoV-2 nahezu ausschließen können, zeigt eine neue Studie aus dem Brigham and Women's Hospital in Boston, Massachusetts. Die kontrollierte Beobachtungsstudie fand während der regionalen Hochphase der Pandemie im Zeitraum zwischen März und Juni 2020 statt.

Kaum nosokomiale Übertragung

Von den 697 im Klinikum diagnostizierten COVID-19-Fällen bestand in drei Fällen ein Verdacht auf eine nosokomiale Übertragung. Die eine Person war vermutlich zuvor von ihrem Ehepartner infiziert worden. Die andere infizierte sich vor der Implementierung des generellen Tragens von Masken und vor der Limitierung der Besucherzahlen. Ein weiterer Patient entwickelte Symptome vier Tage nach einem 16-tägigen Krankenhausaufenthalt, ohne in der Klinik mit COVID-19 in Kontakt gekommen zu sein.

 

Effizientes Infektionspräventions-Programm

Das Infektionskontrollprogramm entwickelte sich während der Studienzeit und etablierte sich schließlich mit folgenden Maßnahmen:

Standardprotokoll COVID-19-Stationen

  • Etablierung dezidierter COVID-19-Stationen und -Intensivstationen

  • Standardisierte Protokolle für die klinische Versorgung, Infektionskontrolle einschließlich Desinfektion, Einsatz der PSA: N95-Atemschutzmasken, Augenschutz, Kittel, Handschuhe

  • Regulierung des Luftsroms zu besseren Ablüftung

 

Standardprotokol für RT-PCR-Tests

  • Aufnahme-RT-PCR-Tests für alle symptomatischen und asymptomatischen Patienten

  • Asymptomatische Patienten: Bei Aufnahme war ein negatives Testergebnis obligatorisch

  • Tägliches Pflege-Screening-Protokoll über mögliche COVID-19-Symptome wurde in das elektronische Patientendatensystem implementiert. Wenn die Patienten positiv waren, wurde ein Best-Practice-Alarm ausgelöst, der einen RT-PCR-Test für das Personal mit Patientenkontakt empfahl

  • Alle Mitarbeiter mussten vor der Arbeit online bestätigen, dass keine Symptome vorliegen, die mit COVID-19 übereinstimmen

  • Alle Mitarbeiter mit Symptomen durften nicht arbeiten und wurden für einen SARS-CoV-2 RT-PCR-Test und eine arbeitsmedizinische Beurteilung überwiesen

 

Standards für den Einsatz der Persönlichen Schutzausrüstung

  • Umstellung vom Mund-Nasen-Schutz auf generelles Tragen einer mit N95-Maske in allen Bereichen des Krankenhauses

  • Augenschutz für Mitarbeiter bei Kontakt mit Patienten, die keine Maske tragen konnten, selbst wenn der Patient bei der Aufnahme negativ auf SARS-CoV-2 getestet worden war

  • Besucher, die das Krankenhaus betreten durften, waren verpflichtet, jederzeit Masken zu tragen

  • Alle Patienten, die sich in der Notaufnahme vorstellten, trugen bei ihrer Ankunft ebenfalls Mund-Nasen-Schutz. Sobald die Patienten in einer stationären Einheit untergebracht waren, durften sie den Mund-Nasen-Schutz abnehmen, wurden aber gebeten, ihn bei Begegnungen mit Mitarbeitern des Gesundheitswesens und außerhalb ihrer Räume wieder zu tragen

  • Augenschutz für das Personal auch bei negativ auf SARS-CoV-2 getesteten Patienten, die keinen Mund-Nasen-Schutz tragen konnten

  • Beobachtungen und Training zum Tragen der Persönlichen Schutzausrüstung

 

Standards für die Aufhebung der Isolation

  • Zwei negative RT-PCR-Testergebnisse aus Nasen-Rachen-Abstrichproben, die mehr als 12 Stunden auseinanderlagen

  • Ein negatives Testergebnis, wenn eine alternative Diagnose auftauchte

  • Bei Patienten mit produktivem Husten oder benötigter mechanischer Beatmung musste mindestens einer der beiden negativen Tests das Ergebnis einer Probe aus dem unteren Respirationstrakt sein

 

Fazit:

Konsequente Test-, Isolier- und Hygienemaßnahme stellen auch unter den besonderen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie den Schutz von Patienten und dem Personal sicher. Voraussetzung: Klare Standard-Protokolle, Trainings, ausreichende Verfügbarkeit der benötigten Schutzausrüstung und Testmöglichkeiten.

 

Quelle:

Rhee C et al. Incidence of Nosocomial COVID-19 in Patients Hospitalized at a Large US Academic Medical Center. JAMA Network Open. 2020;3(9):e2020498, https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2770287 (Letzter Zugriff am 14.09.2020).

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22.07.2020
COVID-19-Prävention

Pflegekräfte berichten über Hautprobleme

22.07.2020Hygienemanagement // Personalschutz

Pflegekräfte berichten über Hautprobleme

Berufsbedingte Hauterkrankungen sind im Gesundheitsdienst weit verbreitet. Zwischen 20 und  30 Prozent aller Beschäftigten in der Patienten- und Altenpflege entwickelt sogar ein Handekzem [1]. Hauptursache ist die so genannte Feuchtarbeit. Zu langes Handschuhtragen und häufiger Kontakt mit Wasser und Seife gefährden die natürliche Hautbarriere und führen zu Hautschäden an den Händen. In Zeiten von Corona zeigt sich nun, dass die Hauterkrankungen zunehmen. Betroffen sind nicht nur die Hände, sondern auch Gesichtspartien wie Nasenrücken, Wangen und Stirn.

Nasenrücken besonders häufig betroffen

Eine Studie an einem Krankenhaus der Tertiärversorung im chinesischen Hubei mit über 500 Pflegekräften [2] kommt zu dem Schluss, dass auch das Tragen verschiedener Atemschutz-Masken Spuren auf der Haut von Pflegekräften hinterlässt. Einer Fragebogenauswertung zufolge waren 97 Prozent der Befragten, die COVID-19-Patienten versorgte, von Hautproblemen betroffen. Als häufigste Symptome wurden Spannungsgefühl, Trockenheit, Abschuppung und Rötungen genannt. Knapp 70 Prozent beklagten Hautschäden auf dem Nasenrücken durch das Tragen von FFP2-Masken. Die Zahl derjenigen, die Hautschäden auf dem Nasenrücken verzeichneten, nahm deutlich zu, wenn die FFP2-Masken länger als 6 Stunden getragen wurde und erhöhte sich auf 81,1 Prozent.

Tragedauer unter 6 Stunden empfohlen

Über die Hälfte der Studienteilnehmer beklagten Hautirritationen an der Stirn, ausgelöst durch das Tragen eines Schutzvisiers. Die Zahl der Betroffenen erhöhte sich um 10 Prozent, wurden die Schutzschilder  länger als 6 Stunden getragen. Lediglich bei Handschuhen zeigte sich kein Unterschied zwischen dem Ausmaß der Hautirritation und der Tragedauer: Auch nach 6 Stunden waren die Hautirritationen durch Handschuhe nicht wesentlich höher als bei einer geringeren Tragedauer, lagen dafür aber auf einem insgesamt hohen Niveau von 76 Prozent.

Hautschäden vorbeugen

Händehygiene als Ursache für Hautirritationen wurde von 60 Prozent genannt, wenn Sie bis zu zehn Mal eine Händehygienegelegenheit wahrnahmen. Mehr als 10 Händehygienegelegenheiten führten zu fast 80 Prozent zu Hautirritationen. In der Studie wurde nicht erwähnt, mit welchen Produkten die Händehygiene durchgeführt wurde. Zur Prävention von Hautirritationen auf dem Nasenrücken verweisen die Autoren auf eine andere Studie, in der positive Erfahrungen mit vorbeugendem Einsatz von Hydrokolloidverbänden gemacht wurden.

Fazit:

Eine Barrierepflege mit Atemschutzmasken, ggfs. Schutzvisieren und einer konsequenten Händehygiene sind für die Prävention von SARS-CoV-2 Übertragungen während der Versorgung von COVID-19-Patienten unverzichtbar. Pflegekräfte sollten die Masken möglichst nicht länger als 6 Stunden tragen.  Die Schutzwirkung von FFP2-Masken liegt bei maximal 8 Stunden. Diese Tragedauer bei FFP2-Masken sollte nur bei Verknappung und in Notfällen ausgeschöpft werden.

Robert Koch-Institut [3] und die AKTION Saubere Hände [4] empfehlen, bei Händedesinfektionsmitteln besonderen Wert auf die Hautverträglichkeit zu legen. Bei umfassend begutachteten Produkten, z. B. durch eine VAH-Zertifizierung ist diese meist gegeben. Händedesinfektionsmittel auf Basis der Allgemeinverfügung nach Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verfügen hingegen nicht alle über ausreichende Pflegeeigenschaften und damit über eine ausreichende Hautverträglichkeit.

Quellen:

1. Skudlik C, Dulon M, Wendeler D, John SM, Nienhaus A.
Hand Eczema in Geriatric Nurses in Germany – Prevalence and Risk Factors.
Contact Dermatitis, accepted 22. Oct. 2008

2. Juan Tao. Skin damage among health care workers managing coronavirus disease-2019. Research Letter. J AM ACAD DERMATOL, Mai 2020, Volume 82, No. 5.

3. Robert Koch-Institut. Händehygiene in Einrichtungen des Gesund­heits­wesens (2016). www.rki.de. (Letzter Zugriff 21.07.2020)

4. Wissenschaftlicher Beirat der AKTION Saubere Hände. Positionspapier Verträglichkeit von Händedesinfektionsmitteln. November 2010. Letzter Zugriff 21.07.2020)

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22.07.2020
Koinfektionen bei COVID-19

Risiko durch schlechte Mundhygiene

22.07.2020Hygienemanagement // Mundhygiene

Risiko durch schlechte Mundhygiene

COVID-19-Patienten haben ein erhöhtes Risiko, an bakteriellen Koinfektionen zu erkranken. Auslöser können u.a. orale Bakterien sein, die sich in der Mundhöhle ansammeln.

Von dort können sie sich in andere Körperbereiche verbreiten und Infektionen verursachen. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig, eine sorgfältige Mundhygiene zu betreiben.

Virusinfektionen der Atemwege machen Patienten anfälliger für bakterielle Koinfektionen. [1] Die Koinfektionen führen wiederum zu erhöhter Krankheitsschwere und Sterblichkeit. So zeigt eine chinesische Studie, dass in der Coronavirus-Pandemie 50 % der verstorbenen COVID-19-Patienten zugleich sekundäre bakterielle Infektionen aufwiesen. [2] Eine weitere chinesische Studie konnte sowohl bakterielle als auch Pilz-Koinfektionen nachweisen. [3]

Orale Bakterien als Auslöser von Koinfektionen

Begünstigt wird die Entstehung von Koinfektionen bei COVID-19-Patienten durch orale Bakterien, die sich im Körper verbreiten. Analysen des genomischen Materials von Patienten mit SARS-CoV-2 haben hohe Werte von kariogenen und parodontalpathogenen Bakterien belegt. Das bestätigt die Auffassung, dass zwischen dem oralen Mikrobiom und Komplikationen bei COVID-19 ein Zusammenhang besteht. [4]

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass parodontalpathogene Bakterien an der Entstehung und Entwicklung respiratorischer Krankheiten beteiligt sind, die mit COVID 19 einhergehen. Diese Bakterien stehen überdies in Verbindung mit chronisch-entzündlichen Systemerkrankungen einschließlich Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei sind diese Krankheiten häufig auftretende Begleiterkrankungen, die das Risiko für schwere Komplikationen und Tod bei COVID-19 erhöhen. [4]

Mundhygiene vor allem für Ältere wichtig

Demgegenüber belegen andere Studien, dass sich mit einer verbesserten Mundhygiene bei Patienten, die an Lungenentzündungen litten, die klinischen Ergebnisse erheblich verbessern und die Sterblichkeit verringert haben. [5] Einer von zehn pneumoniebedingten Todesfällen älterer Pflegeheimbewohner ab 65 Jahren gilt als vermeidbar durch eine verbesserte Mundhygiene. [6]

Fazit: Diese Zusammenhänge verdeutlichen, wie wichtig eine gründliche Mundhygiene für die Infektionsprävention ist. Insbesondere für ältere Patienten und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen ist eine gute Mundhygiene unerlässlich, um Keime in der Mundhöhle zu reduzieren und die Verbreitung von oralen Bakterien in andere Körperbereiche zu verhindern.

Quellen:

1. Cox M J et al. Co-infections: potentially lethal and unexplored in COVID-19, Correspondence.
www.thelancet.com/microbe Vol 1 May 2020.

2. Zhou F. et al. Clinical course and risk factors for mortality of adult inpatients with COVID-19 in Wuhan, China: a retrospective cohort study. Lancet 2020; 395: 1054–62.

3. Chen N et al. Epidemiological and clinical characteristics of 99 cases of 2019 novel coronavirus pneumonia in Wuhan, China: a descriptive study. Lancet 2020; 395: 507–13.

4. Patel J / Sampson V The role of oral bacteria in COVID 19, Correspondence. www.thelancet.com/microbe Vol 1 July 2020.

5. Manger D et al. Evidence summary: the relationship between oral health and pulmonary disease. Br Dent J 2017; 222: 527–33.

6. Sjögren P et al. A systematic review of the preventive effect of oral hygiene on pneumonia and respiratory tract infection in elderly people in hospitals and nursing homes: effect estimates and methodological quality of randomized controlled trials. J Am Geriatr Soc 2008; 56: 2124–30.

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24.06.2020
SARS-CoV-2 auf Flächen

Pager und Telefone häufig besiedelt

24.06.2020Hygienemanagement // Flächenhygiene

Pager und Telefone häufig besiedelt

In welchem Ausmaß Bereiche und Flächen in Krankenhäusern mit SARS-CoV-2 kontaminiert sind, wurde in einer Studie des Universitätsklinikums Wuhan (China) untersucht. Demnach sind auf Oberflächen in Bereichen, in denen COVID-19-Patienten behandelt und betreut werden, häufig SARS-CoV-2-Viren nachweisbar.

Medizinische Bereiche in dem für COVID-19-Patienten vorgesehenen Krankenhaus wie klinisches Labor, Isolier- und Intensivstationen waren mit knapp 25 % deutlich stärker betroffen als Aufenthaltsbereiche und Verwaltungsabteilungen mit 4 %. In der allgemeinen Isolierstation waren knapp 25 % der getesteten Umweltproben positiv und in der Intensivstation 37,5 %.

Vor allem auf häufig berührten Flächen, wie z. B. Telefonen, Pagern und Computertastaturen, konnte der Erreger verstärkt nachgewiesen werden.

Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine sorgfältige Flächen- und Händehygiene sind, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern.

PDF Download Infoblatt

Quelle:
Wu S et al. Environmental contamination by SARS-CoV-2 in a designated hospital for coronavirus disease 2019. American Journal of Infection Control 00 (2020) 1−5. https://doi.org/10.1016/j.ajic.2020.05.003

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15.05.2020
Rückkehr zur Regelversorgung

Das neue Normal

15.05.2020Hygienemanagement // Regelversorgung

Das neue Normal

Aktuell erfolgt schrittweise die Aufnahme des operativen Routinebetriebs – auch die Ambulanzen füllen sich zunehmend. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV e.V.) gibt Empfehlungen, wie den so genannten nosokomialen Infektionsclustern vorgebeugt werden kann. Stationsmodule helfen dabei, die unterschiedlichen Patientengruppen zu managen.

Wellenförmige Infektionsverläufe und unterschiedliche Infektionshäufigkeiten in der Allgemeinbevölkerung – solange es keinen Impfstoff gibt, gehören COVID-19 Patienten zum Klinikalltag. Gesundheitseinrichtungen werden in der nächsten Zeit mit dem Risiko einer nosokomialen Verbreitung von SARS-CoV-2 leben und arbeiten müssen. Wie Infektionen bei schrittweiser Rückkehr zur Regelversorgung größtmöglich vorgebeugt werden kann hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV e.V.) in ihren aktuellen Empfehlungen zusammengefasst.

Stationsmanagement in Zeiten von COVID-19

Die neue Normalität in Zeiten von Corona: Kliniken müssen sich darauf vorbereiten, parallel unterschiedlich oder gar nicht von COVID-19 betroffene Patienten zu versorgen – und gleichzeitig das Risiko eines nosokomialen Corona-Ausbruchs im Blick behalten. Bereits ein einziger Patientencluster im Haus kann eine ganze Klinik lahmlegen.

Auf organisatorischer Ebene schlagen die Experten der DGAV für die Versorgung der unterschiedlichen Patientengruppen verschiedene Stationsmodule vor. Diese können je nach Klinikgröße als separate Einheiten oder als Abgrenzungen innerhalb einer Fachabteilung organisiert sein. Die verschiedenen Einheiten entsprechen den unterschiedlich von COVID-19 betroffenen bzw. nicht betroffenen Patientengruppen: Neben dem Isolationsbereich für COVID-19 Kranke, sind Stationen für COVID- 19-positive Patienten, aber auch für COVID-19-asymptomatische Patienten sinnvoll – jene Patienten, die sich aus anderen Indikationen in eine Krankenhausbehandlung begeben. Daneben werden zunehmend auch Stationen mit COVID-19 negativen Patienten geführt werden müssen. Das Konzept bildet die Vielfalt der Patientenversorgung in Zeiten von Corona ab und bietet gleichzeitig die Chance eines risikoangepassten Infektionsschutzes.

Stationsmodule bzw. Einheiten in Fachabteilungen:

  • Die Holding Area
    In der Aufnahmeeinheit für stationäre Patienten warten Neuaufnahmen auf ihr Abstrich-Ergebnis. Die Patienten und alle Angestellten tragen MNS. Bei negativem Abstrich können die Patienten von den jeweiligen Fachstationen aufgenommen werden.
  • Die COVID-19 Verdacht Station
    Hier werden die Patienten ausschließlich unter Berücksichtigung der Barriere-Pflege betreut.
  • Station für COVID-19 positive Patienten
    Isolierstation mit Barrierepflege. Abhängig von der führenden klinischen Symptomatik wird die Isolierstation noch einmal unterteilt in eine
    - internistische (COVID-19 Kranke) oder z. B.
    - chirurgische Fachabteilung (Kranke, die auch COVID-19 positiv sind)
  • Patienten ohne COVID-19 Erkrankung
  • Intensivstation/Intermediate Care
    - COVID-19 Isolierung
    - COVID-19 negativer Bereich

Zusätzlich empfiehlt die Fachgesellschaft, sich bei der die Belegung nicht am Bettenkontingent zu orientieren. Vielmehr sollte die mögliche Kapazität der chirurgischen und interventionellen Einheiten (z. B. Endoskopie, Katheterlabor, Radiologie.) zugrunde gelegt werden. Die Zahl der täglich einbestellten Patienten wird dabei den tagesaktuellen Kapazitäten angepasst. Wird ein erneuter Anstieg von COVID-19 Erkrankten vermerkt, sollte dieser in die Gesamtbelegungsplanung eingehen.


Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV e.V.) COVID-19 Empfehlungen. 24. April 2020. https://www.awmf.org Letzter Zugriff am 14.05.2020

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05.05.2020
Internationaler Tag der Händehygiene am 5. Mai

Hygienisch sicher durch den Tag

05.05.2020Hygienemanagement // Händehygiene

Hygienisch sicher durch den Tag

Angesichts der Corona-Pandemie sind Pflegekräfte besonders gefordert, Hygieneregeln sorgfältig einzuhalten. Welche Hotspots der Händehygiene während eines Arbeitstags in Gesundheitseinrichtungen entscheidend für den Infektionsschutz sind, finden Sie in unserer Grafik zum 5.5. kompakt zusammengefasst.

PDF Download der Infografik: Hygienisch sicher durch den Tag

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28.04.2020
Erkrankte sicher transportieren

Gute Planung ist gefragt

28.04.2020Hygienemanagement // Infektionsschutz

Gute Planung ist gefragt

Ist der Transport eines COVID-19-Erkrankten innerhalb eines Krankenhauses oder einer Pflegeeinrichtung zwingend erforderlich, sind spezielle Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen.

Beim Transport eines COVID-19-Erkrankten innerhalb eines Krankenhauses und einer Pflegeeinrichtung gelten laut Robert Koch-Institut die gleichen Empfehlungen. Demnach sind vor, während und nach dem Transport einer an COVID-19 erkrankten Person mehrere wichtige Punkte zu beachten.

Vor dem Transport

  • Zuerst ist zu prüfen, ob der Transport des COVID-19-Erkrankten innerhalb des Krankenhauses oder der Pflegeeinrichtung unbedingt erforderlich ist.
  • Ist das der Fall, muss der Zielbereich vorher entsprechend informiert werden.
  • Der Erkrankte sollte einzeln transportiert werden.
  • Lässt es der Gesundheitszustand der erkrankten Person zu, sollte sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  • Mitarbeiter sollten beim Transport eine persönliche Schutzausrüstung tragen, die aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, mindestens FFP2-Maske und Schutzbrille besteht.

Beim Transport

  • Im Krankenhaus ist der Kontakt zu anderen Patienten und Besuchern zu vermeiden. In der Altenpflegeeinrichtung gilt es ebenfalls, den Kontakt zu anderen Bewohnern und Besuchern auszuschließen.

Nach dem Transport

  • Direkt nach den erforderlichen Maßnahmen im Zielbereich müssen alle Kontaktflächen sowie das Transportmittel mit einem nachweislich mindestens begrenzt viruzid wirksamen Flächendesinfektionsmittel per Wischdesinfektion gründlich desinfiziert werden.

Quellen:
Robert Koch-Institut, Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2, Stand: 24.4.2020. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Hygiene.html#h

Robert Koch-Institut, Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, Empfehlungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie für den öffentlichen Gesundheitsdienst, Stand: 24.04.2020. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Alten_Pflegeeinrichtung_Empfehlung.pdf?__blob=publicationFile

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27.04.2020
Schritt für Schritt:

PSA richtig anlegen

27.04.2020Hygienemanagement // Personalschutz

PSA richtig anlegen

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist gerade auch in Zeiten von Corona ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes. Damit die PSA ihre Schutzfunktion sicher erfüllen kann, ist es wichtig, die einzelnen Bestandteile Schritt für Schritt korrekt anzulegen.

Die PSA dient in erster Linie dazu, Mitarbeiter vor direktem Kontakt mit potenziellen Krankheitserregern zu schützen. Achten Sie insbesondere darauf, den Kittel vor den Handschuhen anzuziehen, damit die Handschuhe über die Ärmelbündchen gezogen werden können.

Anleitung:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) richtig anlegen

PDF Download der Anleitung

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17.04.2020
Atemschutzmasken

Tragedauer maximal ausschöpfen

17.04.2020Hygienemanagement // Personalschutz

Tragedauer maximal ausschöpfen

Die Nachrichten zu Lieferengpässen bei Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP2-Masken reißen nicht ab. Mit der steigenden Zahl der COVID-19-Fälle wird der Bedarf an Atemschutzmasken künftig noch weiter steigen. Eine Option um MNS und FFP2-Masken möglichst ressourcenschonend einzusetzen ist die Ausnutzung der maximalen Tragedauer.

Tragedauer maximieren – Atemschutzmasken-Verbrauch reduzieren

Experten zufolge kann der Mund-Nasen-Schutz (MNS) bis zu maximal 4 Stunden eingesetzt werden. Seine Schutzwirkung bleibt in diesem Zeitraum bestehen.

Experten zufolge können FFP2-Masken bis zu maximal 8 Stunden eingesetzt werden. Ihre Schutzwirkung bleibt in diesem Zeitraum bestehen.

PDF Download Infografik Tragedauer Atemschutzmasken

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07.04.2020
Warum Bewährtes hilft

COVID-19-Zimmer desinfizieren

07.04.2020Hygienemanagement // Flächendesinfektion

COVID-19-Zimmer desinfizieren

Tröpfchen, Kontaktflächen oder doch Aerosole? Noch sind nicht alle Übertragungswege von SARS-CoV-2 geklärt. Die gute Nachricht: Für die Desinfektion in COVID-19-Isolierzimmern bleiben Produkte mit dem Wirkspektrum „begrenzt viruzid“ und die Vorgehensweise nach RKI weiterhin erste Wahl.

SARS-CoV-2 -Viren können wie andere Coronaviren zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen überleben. Neben der Tröpfcheninfektion und der direkten Übertragung über kontaminierte Hände spielt auch die indirekte Kontaktübertragung über Viren auf unbelebten Oberflächen eine Rolle. Mathematische und Tiermodelle sowie Interventionsstudien zu SARS-CoV und MERS-CoV legen sogar nahe, dass die Übertragung der Viren über Kontaktflächen ein wichtiger Weg ist.

Damit rückt die Flächendesinfektion als wichtige Prävention in den Vordergrund. Insbesondere in den Isolierzimmern für COVID-19-Patienten ist auf eine regelmäßige Flächendesinfektion zu achten.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Flächendesinfektion:

  • Wischdesinfektion patientennaher Flächen und Flächen mit häufigem Handkontakt wie z. B. Türgriffe, Nachttisch, Sanitärzelle – bei Bedarf ist die Desinfektion auszuweiten.
  • Frequenz: täglich bzw. gezielt bei Kontamination

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts für Produkte zur Flächendesinfektion:

Flächendesinfektionsmittel sollten mindestens über eine nachgewiesene Wirksamkeit im Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) verfügen. Produkte mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden.

Das RKI verweist in diesem Zusammenhang auf die VAH-Liste bzw. die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste).


PDF Download der Checkliste


Quelle:
Otter JA et al. Transmission of SARS and MERS Coronaviruses and Influenza Virus in Healthcare Settings: The Possible Role of Dry Surface Contamination. J Hosp Infect, 92 (3), 235-50 Mar 2016

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28.05.2020
Flächenhygiene bei COVID-19

Mehrmals täglich desinfizieren

28.05.2020Hygienemanagement // Flächenhygiene

Mehrmals täglich desinfizieren

Mit ihrer neuen Interims-Empfehlung zur Flächenhygiene in Zusammenhang mit COVID-19 will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) „jegliche Rolle reduzieren die kontaminierte Oberflächen bei einer Übertragung von SARS-CoV-2 spielen könnten“. Oberflächen in Räumen in denen sich Patienten mit vermuteter oder bestätigter COVID-19-Infektion aufhalten, müssen den Experten zufolge mehrmals gereinigt und desinfiziert werden. Dabei kommt es auch auf die Reihenfolge der Desinfektion an.

Welche Rolle mit SARS-Cov-2 kontaminierte Oberflächen bei der Übertragung der neuartigen Lungenerkrankung spielen, ist noch nicht abschließend geklärt. Bisherige Studien, die die Überlebensfähigkeit der neuartigen Coronaviren untersuchten basierten auf experimentellen Untersuchungen und Laborversuchen. Nun belegen Studien zur realen Kontamination von Oberflächen in chinesischen COVID-19-Krankenhäusern und -Laboratorien, dass vor allem häufig berührte Oberflächen ein Übertragungsrisiko darstellen.

Erhöhte Reinigungs-Frequenz

Vor diesem Hintergrund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Interims-Empfehlung zur Flächenreinigung und -desinfektion in Zusammenhang mit COVID-19 veröffentlicht. Oberflächen in Räumlichkeiten, die in Zusammenhang mit der Versorgung von vermuteten oder nachgewiesenen COVID-19-Patienten stehen sind bis zu dreimal täglich zu reinigen oder zu desinfizieren. Die WHO geht in Ihren Empfehlungen damit über die vom Robert Koch-Institut (RKI) empfohlene tägliche Wischdesinfektion hinaus.



PDF Download der Übersichtstabelle


PDF Download der Bereichsgrafiken


Quelle:
World Health Organization (WHO).
Cleaning and disinfection of environmental surfaces in the context of COVID-19.
Interim guidance 15 May 2020

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07.05.2020
Einsatz von Desinfektionsmitteln

Standardprodukte vs. Allgemeinverfügungs-Rezepturen: Was ist zu beachten?

07.05.2020Hygienemanagement // Desinfektionsmittel

Standardprodukte vs. Allgemeinverfügungs-Rezepturen:  Was ist zu beachten?

Zur Beseitigung der Versorgungslücken bei Hände- und Flächendesinfektionsmitteln erließ die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine mehrmals aktualisierte Allgemeinverfügung. Diese erlaubt Apotheken und Unternehmen der pharmazeutischen und chemischen Industrie Biozidprodukte für die Hände- und Flächendesinfektion herzustellen. Der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin Prof. Dr. Günter Kampf erklärt, was Gesundheitseinrichtungen dabei beachten sollten.

Was genau verbirgt sich hinter den Allgemeinverfügungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zur Zulassung von Biozidprodukten für die Hände- und Flächendesinfektion?

Prof. Dr. Günter Kampf: Die BAuA als die zuständige Behörde für Biozidprodukte hat am 4. März 2020 eine Allgemeinverfügung zur Zulassung von Biozidprodukten zur hygienischen Händedesinfektion erlassen die in der Zwischenzeit 3-mal aktualisiert wurde. Die letzte Version datiert auf den 9. April 2020. Zusätzlich wurde am 2. April 2020 eine Allgemeinverfügung zur Zulassung bestimmter Biozidprodukte für die Flächendesinfektion erlassen. Die Allgemeinverfügungen erweitern den Herstellerkreis von Desinfektionsmitteln zur Hände- und Flächendesinfektion deutlich. Das Inverkehrbringen dieser Produkte ist auf maximal 180 Tage beschränkt, denn die Biozidprodukte erfüllen nicht die in der Verordnung 528/2012 niedergelegten Voraussetzungen für die reguläre Erteilung einer Zulassung.

Ist das auch der Grund, warum Sie Gesundheitseinrichtungen empfehlen, wo immer es möglich ist, die zugelassenen Produkte der namhaften Desinfektionsmittelhersteller zu verwenden?

Ja, denn die antimikrobielle Wirksamkeit der zugelassenen marktüblichen Produkte zur Hände- und Flächendesinfektion ist umfassend untersucht. Viele dieser Produkte wurden vom VAH zertifiziert und die Hautverträglichkeit bzw. Materialverträglichkeit ist in der Regel gut belegt.

Woran kann man sich orientieren, wenn es um die Wirksamkeit bei SARS-CoV-2 geht?

Hände- und Flächendesinfektionsmittel, die eine nachgewiesene Wirksamkeit gegenüber behüllten Viren aufweisen und damit das Wirkspektrum „begrenzt viruzid“ erfüllen, sind als grundsätzlich wirksam gegenüber Coronaviren inkl. SARS-CoV-2 zu betrachten.

Auch die nach BAuA zugelassenen Rezepturen zur hygienischen Händedesinfektion sind nach heutigen Kenntnisstand gegenüber Coronaviren wirksam. Sie bewerten diese Biozidprodukte dennoch kritisch für Gesundheitseinrichtungen, warum?

Für die Mehrzahl der in der Allgemeinverfügung genannten Biozidprodukte zur hygienischen Händedesinfektion liegen keine oder nur wenige öffentliche Wirksamkeitsnachweise in Form von Gutachten vor, auch wenn die Wirkstoffe selber seitens der Hersteller bzw. in der wissenschaftlichen Literatur mehrheitlich gut untersucht sind. Die Hälfte der 8 Biozidprodukte zur hygienischen Händedesinfektion aus der Allgemeinverfügung der BAuA hat auf Basis veröffentlichter Daten keine ausreichend starke bakterizide und levurozide Wirksamkeit innerhalb von 30 s. Drei der Rezepturen sollen sogar mit 2 x 3 ml über 2 x 30 s angewendet werden, der im Vergleich zur Mehrzahl handelsüblicher Produkte doppelten Einreibedauer und doppeltem Anwendungsvolumen. Darüber hinaus fehlen in vier der Alkohol-Wasser-Gemische aus der Allgemeinverfügung Hautpflegesubstanzen.

Welche Konsequenzen für die Praxis in der Versorgung von Patienten haben diese Defizite bei den Rezepturen?

Bei häufiger Anwendung dieser Alkohol-Wasser-Gemische ist damit zu rechnen, dass es zu Hautirritationen bei den Mitarbeitern kommt. In der Folge ist eine niedrigere Compliance in der Händehygiene wahrscheinlich. Hierdurch erhöht sich das Risiko des Patienten für eine nosokomiale Infektion. In Kliniken werden unverändert schwerkranke Patienten versorgt, deren größte Infektionsgefahr nach wie vor Bakterien und Hefepilze sind, immer häufiger auch multiresistente Bakterien. Um eine Übertragung dieser Keime zu vermeiden desinfizieren sich die Mitarbeiter bis zu 60 mal pro Schicht die Hände. Eine sichere antimikrobielle Wirksamkeit der Händedesinfektionsmittel innerhalb von 30 s sowie eine gute Hautverträglichkeit sind in der Patientenversorgung unverzichtbar. In der letzten Version der Allgemeinverfügung werden die oben beschriebenen Biozidprodukte mit einer geringeren Wirksamkeit innerhalb von 30 s deshalb auch lediglich zur Anwendung außerhalb der Patientenversorgung empfohlen.

Vier Biozidprodukte sollen laut Allgemeinverfügung der BAuA auch zur Händedesinfektion in der Patientenversorgung bei einer Mangelsituation in Betracht kommen?

Es handelt sich dabei um zwei Alkohol-Wasser-Gemische sowie die modifizierten WHO-Formulierungen, die ursprünglich von der Weltgesundheitsorganisation für Länder mit begrenzten wirtschaftlichen Ressourcen zur Herstellung vor Ort für die Patientenversorgung entwickelt wurden.

Was halten Sie von Biozidprodukten, die nach der Allgemeinverfügungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zur Zulassung von Flächendesinfektion hergestellt werden?

Die von der BAuA zur Flächendesinfektion vorübergehend zugelassenen Biozidprodukte basieren auf 80% v/v Ethanol, 0,5% w/w Natriumhypochlorit bzw. 2,5% w/w Chloramin T.

Ethanol ist dabei laut Allgemeinverfügung lediglich auf Flächen bis zu 2 m2 anwendbar und soll über die Dauer von 15 Minuten einwirken. Dieses Biozidprodukt kommt somit nur für kleine Flächen in Betracht. Der Hersteller hat dabei sicher zu stellen, dass Ethanol keine gefährlichen Verunreinigungen enthält. Die Anwendung von Natriumhypochlorit ist nur gegen behüllte Viren durchzuführen und darf nur auf nicht-verschmutzten trockenen Flächen über 30 Minuten erfolgen.

Wässrige Chloramin T-Lösung darf ebenfalls keine gefährlichen Verunreinigungen enthalten und soll über 2 Stunden einwirken. Die Praktikabilität und Anwendungssicherheit dieser drei vorübergehend zugelassenen Biozidprodukte ist für die Routineanwendung auf Flächen in der Patientenversorgung daher kritisch zu hinterfragen.

Prof. Dr. Kampf, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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03.05.2020
Internationaler Tag der Händehygiene am 5. Mai

Patientenschutz beginnt bei den Pflegekräften

03.05.2020Hygienemanagement // Händehygiene

Patientenschutz beginnt bei den Pflegekräften

Am diesjährigen Internationalen Tag der Händehygiene stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Verdienste von Pflegekräften und Hebammen in den Mittelpunkt. Die WHO erinnert daran, dass „saubere und sichere Pflege“ bei den Pflegekräften beginnt. Entscheider sollen das Pflegepersonal aufstocken und stärker unterstützen um den Infektionsschutz und die Pflegequalität zu sichern.

Die Hälfte aller Beschäftigten im Gesundheitswesen weltweit sind Pflegekräfte und Hebammen. Beide Berufsgruppen spielen eine Schlüsselrolle beim Schutz vor Infektionen und stehen im Mittelpunkt der diesjährigen WHO-Kampagne zur Händehygiene am 5. Mai.

Um die Verdienste und die Verantwortung der Pflegekräfte zu würdigen hat die WHO sowohl den Internationalen Tag der Händehygiene als auch das Jahr 2020 den Krankenschwestern und Hebammen gewidmet.

Mit dieser Entscheidung feiert die 72. Weltgesundheitsversammlung gleichzeitig den 200. Geburtstag von Florence Nightingale. Die britische Krankenschwester reformierte die Krankenpflege und gehörte zu den ersten, die erkannte, dass Pflegekräfte durch die Verbreitung von Infektionen den Patienten Schaden zufügen können.

Eine qualitativ gute und sichere Pflege beginnt mit den Pflegekräften, sie erfordert aber auch die weitreichende Unterstützung der gesamten Gesellschaft. Deshalb adressiert die WHO auch in diesem Jahr wieder unterschiedliche Aufgaben an unterschiedliche Gesellschaftsgruppen:

Die WHO-Appelle 2020:

  • Pflegekräfte: "Saubere und sichere Pflege beginnt bei Ihnen".
  • Hebammen: "Ihre Hände machen den Unterschied für Mütter und Babys."
  • Politische Entscheidungsträger: "Erhöhen Sie die Pflegekapazitäten, um Infektionen zu verhindern und die Qualität der Pflege zu verbessern. Schaffen Sie die Mittel, um Krankenschwestern und Hebammen bei ihren Aufgaben zu stärken".
  • Führungskräfte in der Hygiene und der Infektionskontrolle : "Unterstützen Sie Pflegekräfte und Hebammen dabei, eine hygienische Versorgung sicher zustellen“
  • Patienten und Familien: "Sichere Pflege für Sie und mit Ihnen."

Internationaler Händehygienetag und COVID-19

Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie verdienen die Pflegekräfte und andere Beschäftigte des Gesundheitswesens besondere Anerkennung und Wertschätzung wie die Weltgesundheitsorganisation unterstreicht: Sie sind die Helden, die in der ersten Reihe stehen um das Leben von COVID-19-Patienten zu retten.

In der gegenwärtigen Pandemie hat das Pflegepersonal eine besondere Verantwortung. Die WHO nennt hier vor allem die korrekte Händehygiene, physische Distanzierung und Desinfektion von Oberflächen als wichtige Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Auch Pflegekräfte brauchen Prävention

Damit Pflegekräfte ihre wichtige Rolle im Infektionsschutz optimal einsetzen können müssen sie selbst geschützt werden. Untersuchungen zeigen, welchen Belastungen Pflegekräfte ausgesetzt sind:

  • Widersprüchliche oder unvereinbare Arbeitsanweisungen anstelle gezielter berufsgruppenübergreifender Zusammenarbeit
  • Verschiebung von Aufgaben: v.a. Übernahme pflegefremder Tätigkeiten
  • Interprofessionelle Spannungen
  • Mangelnde soziale Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte (häufig in großen Einrichtungen)
  • Konfrontation mit Tod, Krankheit und Leid
  • Starke zeitliche Beanspruchung
  • Emotionale und psychische Belastungen und Stress

Demgegenüber wirkt sich die Erhöhung der Personalkapazitäten und eine auch als Skill-Mix- Teams bezeichnete vielfältigere Personal- und Qualifikationsmischung positiv aus.

So stiegen:

  • die Pflegequalität
  • die Arbeitszufriedenheit

Es verringerten sich:

  • Unerwünschte Ereignisse bei hospitalisierten Patienten, einschließlich nosokomialer Infektionen wie katheterassoziierter Harnwegsinfektionen, Blutbahninfektionen und beatmungsassoziierter Pneumonien.

Quellen:
World Health Organization (WHO): Save lives: Clean Your Hands. „Nurses an Midwifes Clean care is in Your Hands. Adovocacy Slides. 5 May 2020. https://www.who.int/infection-prevention/campaigns/clean-hands/advocacy-slides-2020_long-version.pdf?ua=1 Letzter Zugriff 2. Mai 2020

Gill CJ, Gill G. Nightingale in Scutari: her legacy reexamined. Clin Infect Dis. 2005; 40:1799-805 Allegranzi B et al. Infection prevention: laying an essential foundation for quality universal health coverage. Lancet Global Health 2019. 7(6):e698–e700. doi:10.1016/S2214-109X(19)30174-3

Klaus Jacobs / Adelheid Kuhlmey / Stefan Greß / Jürgen Klauber / Antje Schwinger (Hrsg.) Pflege-Report 2016 „Die Pflegenden im Fokus“. Schattauer (Stuttgart) 2016

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27.04.2020
Corona Übertragungswege

Was jetzt zählt

27.04.2020Hygienemanagement // Übertragungswege

Was jetzt zählt

Das als schweres akutes respiratorisches Syndrom Coronavirus- 2 (SARS-CoV-2) bezeichnete Pandemie-Coronavirus verzeichnet eine bemerkenswerte Übertragbarkeit. Nach aktuellem Stand sind vier Übertragungswege bekannt bzw. höchst wahrscheinlich. Unsere Übersichtgrafik zeigt, wo die Risiken jedes Übertragungsweges liegen.

PDF Download der Infografik

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20.04.2020
Handschuhdesinfektion

Wenn nicht jetzt, wann dann?

20.04.2020Hygienemanagement // Personalschutz

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Studien belegen: Die Desinfektion von Handschuhen kann bei bestimmten Indikationen nosokomiale Infektionen reduzieren. Warum das einstige Tabu gerade in Zeiten von COVID-19 dem Personal- und Patientenschutz zugute kommt lesen Sie in unserem Beitrag.

Wie andere Produkte zur Infektionsprävention sind auch medizinische Einmalhandschuhe in der aktuellen Corona-Pandemie eine knappe Ressource. Als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung werden Einmalhandschuhe derzeit insbesondere bei direktem Kontakt mit einem wahrscheinlichen oder bestätigten COVID-19-Fall getragen. Bei der Routineversorgung sind die Indikationen für das Tragen von Einmalhandschuhen auf wenige Situationen beschränkt:

  • Bei vorhersehbarem oder wahrscheinlichem Kontakt mit Körperausscheidungen, Sekreten und Exkreten einschließlich Krankheitserregern
  • In bestimmten Ausbruchsituationen
  • Bei der Behandlung von bestimmten isolierten Patienten

Aus den Indikationen geht bereits hervor, dass medizinisches und pflegerisches Personal in der gegenwärtigen Corona-Pandemie bei der Patientenversorgung häufig auf das Tragen von Einweghandschuhen angewiesen ist. Werden mehrere Tätigkeiten am gleichen Patienten durchgeführt können dabei Händedesinfektionen nach den 5 Momenten des WHO-Modells erforderlich sein z. B. vor aseptischen Tätigkeiten. Die Mitarbeiter müssen in diesen Fällen die Handschuhe ausziehen, verwerfen, eine Händedesinfektion durchführen und anschließend u. U. sogar wieder neue Handschuhe anziehen.

Beobachtungsstudien zum Tragen von Einweghandschuhen in der Routineversorgung von Patienten zeigen: Tragen Mitarbeiter Einmalhandschuhe werden die Indikationen für eine Händedesinfektion nur in sehr geringem Maße befolgt.

Statt indizierter Händedesinfektionen werden die gleichen – möglicherweise kontaminierten – Handschuhe durchgängig bei mehreren Tätigkeiten am gleichen Patienten getragen – ein hohes Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern. So belegen Studien einen Zusammenhang zwischen dem Tragen von Handschuhen, einer mangelhaften Händehygiene insbesondere bei aseptischen Tätigkeiten und einem Anstieg nosokomialer Infektionen wie Sepsis Harnwegsentzündungen und beatmungsassoziierten Pneumonien.

Die Alternative: Gezielte Handschuhdesinfektion bei Tätigkeiten am selben Patienten

Angesichts der schlechten Händehygiene-Compliance beim Handschuhtragen, den aktuell knappen Ressourcen und dem Zeitaufwand für den Handschuhwechsel mit anschließender Händedesinfektion bietet die gezielte Handschuhdesinfektion eine gute Alternative. Die indizierten Händedesinfektionen erfolgen dabei nicht auf der bloßen Hand sondern auf dem Handschuhpaar, das während der Versorgung an einem Patienten getragen wird. Infektionsschutzexperten zufolge kann der Patientenschutz von diesem Verfahren deutlich profitieren. Die Voraussetzungen: Die Handschuhe sollten sichtbar sauber sein und keine sichtbaren Perforationen aufweisen. Nach Ablegen der Handschuhe und vor Verlassen des Zimmers erfolgt eine Händedesinfektion.

Aus Sicht des Patientenschutzes ist eine gezielte Handschuhdesinfektion in folgenden drei Momenten für eine Händedesinfektion nach WHO sinnvoll:

Bei der Versorgung am selben Patienten:

  • WHO-Moment 2: Vor aseptischen Tätigkeiten
  • WHO-Moment 3: Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
  • WHO-Moment 5: Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung

Handschuhdesinfektion in Zeiten von Corona:

Versorgungsengpässe bei Einmalhandschuhen lassen sich mit der gezielten Handschuhdesinfektion bereits verlangsamen. Abhängig von der Größe der Versorgungslücke empfiehlt eine Expertengruppe ergänzend zu den oben genannten drei Indikationen für eine Handschuhdesinfektion folgende weitere Möglichkeiten:

Stufe 2: Handschuhdesinfektion bei der Versorgung an einem Patienten in allen 5 Momenten für eine Händedesinfektion nach WHO:

  • WHO-Moment 1: Vor Patientenkontakt
  • WHO-Moment 2: Vor aseptischen Tätigkeiten
  • WHO-Moment 3: Nach Kontaktmit potentiell Infektiösem Material
  • WHO-Moment 4: Nach Patientenkontakt
  • WHO-Moment 5: Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung

Stufe 3: Handschuhdesinfektion bei der Versorgung aller Patienten einer Kohorte einem Raum (COVID-19-Isolierzimmer) in allen 5 Momenten für eine Händedesinfektion nach WHO.


PDF Download aller 3 Übersichtstafeln Handschuhdesinfektion


Gut zu wissen:

Untersuchungen zeigen,

  • dass die Wirksamkeit der Händedesinfektion auf behandschuhten Händen mindestens so gut ist wie auf bloßen Händen.
  • dass das Handschuhmaterial i. d. R. bis zu 10 Behandlungen ohne größere Schäden überdauert.
  • dass die Kombination aus ethanolhaltigem Händedesinfektionsmittel und Nitril-Handschuhen am besten abschneidet
  • dass die korrekte Handschuhgröße die Desinfektion erleichtert da keine Falten entstehen

Die Desinfektion von Einmalhandschuhen widerspricht dem Einwegprinzip.


Quellen

Kampf G et al. Desinfektion behandschuhter Hände. Krankenhaushygiene 2018; 13: 27–40
World Health Organization (WHO). My 5 Moments for Hand Hygiene. https://www.who.int/gpsc/5may/background/5moments/en/.Letzter Zugriff am 16.04.2020
Kampf G et al. COVID-19-associated shortage of alcohol-based hand rubs, face masks and medical gloves - proposal for a risk-adapted approach to ensure patient and healthcare worker safety. Preprint 20. April 2020. DOI: 10.13140/RG.2.2.25649.12647.

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08.04.2020
Persönliche Schutzausrüstung

Risiken vor allem beim Ausziehen

08.04.2020Hygienemanagement // Personalschutz

Risiken vor allem beim Ausziehen

Der korrekte Umgang mit der Schutzausrüstung ist elementar für den Personalschutz. Vor allem das Ausziehen bereitet vielen Mitarbeitern Schwierigkeiten. Unser Erklärvideo und eine Arbeitsanleitung zeigen, wie Kontaminationen vermieden werden.

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) dient hauptsächlich dazu, Mitarbeiter vor direktem Kontakt mit potenziellen Erregern zu schützen. Eine Studie untersuchte die Sicherheit des Personals im Umgang mit der Schutzausrüstung und setzte dabei eine fluoreszierende Lösung ein. Was die Forscher beobachteten:

  • Die meisten Kontaminationsrisiken traten beim Ausziehen der PSA auf. Über die Hälfte der Probanden kontaminierte sich nach dem Ablegen der Handschuhe.
  • Nach dem Ausziehen des Schutzanzugs fand sich bei rund 38 % der Studienteilnehmer die fluoreszierende Substanz am Körper.

Schulungen zum richtigen Ablegen der Schutzausrüstung konnten das Kontaminationsrisiko von 60 % auf 19 % reduzieren. Dabei profitierten die Mitarbeiter besonders von Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Einfache Anleitung nach CDC

Für das richtige Ablegen gibt es viele Empfehlungen. Unsere Arbeitsanleitung „Persönliche Schutzausrüstung (PSA) richtig ablegen“ und unser Erklärvideo basieren auf einer einfachen Variante des Centers for Disease Control and Prevention. Das Schritt-für-Schritt-Verfahren ermöglicht eine pragmatische aber zugleich sichere Vorgehensweise – um insbesondere in der Corona-Pandemie einfache Lösungen zu bieten.


Erklärvideo Persönliche Schutzausrüstung (PSA) richtig ablegen


Arbeitsanleitung Persönliche Schutzausrüstung (PSA) richtig ablegen

PDF Download der Arbeitsanleitung


Quellen:
Tomas et al. Contamination of Health Care Personnel During Removal of Personal Protective Equip- ment. JAMA Intern Med. Published online October 12, 2015.
Centers for Disease Control and Prevention. How to safely remove personal protective equipment (PPE). Example2. https://www.cdc.gov/hai/pdfs/ppe/PPE-Sequence.pdf Letzter Zugriff 05.03.2020.

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07.04.2020
Was ist zu beachten?

Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken

07.04.2020Hygienemanagement // Personalschutz

Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken

Die Versorgungslücken bei Atemschutzmasken sind groß. Seit dem 01. April ist die Wiederaufbereitung zulässig. Das von der Bundesregierung empfohlene Verfahren klassifiziert Materialstandards und setzt auf Personalisierung um die Schutzfunktion zu gewährleisten.

Atemschutzmasken, die containerweise spurlos verschwinden, aus Kaffeefiltern geklebt oder im 3-D-Drucker in Heimarbeit hergestellt werden: Die Not macht erfinderisch, mancherorts auch kriminell. Mit ihrer Zulassung zur Wiederaufbereitung von medizinischen Schutzmasken vom 01. April will die Bundesregierung daher eine schnelle Übergangslösung schaffen bis ausreichend neue Atemschutzmasken auf dem Weltmarkt geordert werden können. Ziel des Wiederaufbereitungsverfahrens: Eine ausreichende Anzahl an Masken in den erneuten Einsatz zu bringen und das ohne Zugeständnisse an deren Schutzfunktion.

Zwar werden auch die Mund-Nasen-Schutzmasken knapp. In der direkten Versorgung von COVID-19-Patienten sind aber vor allem FFP2- und FFP3-Masken gefragt.

Die Empfehlungen zur Dekontamination von Atemschutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3:

Thermische Dekontamination:

  • Für die Dekontamination von Atemschutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3 sieht die Empfehlung eine thermische Desinfektion bei 65°C bis 70°C über einen Zeitraum von 30 Min. vor.
  • Die Hitzeinaktivierung kann in Trockenschränken durchgeführt werden.

Bewertung der Materialbeständigkeit:

1. Hohe Wahrscheinlichkeit, dass Kontur bestehen bleibt und das Material sich nicht verändert:

  • Masken mit CE-Kennzeichen
  • Masken mit Zulassung der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS)

2. Masken, die vor der Wiederaufbereitung einem Schnelltest zur Temperaturbeständigkeit bei 70°C zu unterziehen sind:

  • Masken, die in den USA, Kanada, Australien oder Japan verkehrsfähig sind.

3. Masken, die vor der Wiederaufbereitung einem Test zur Temperaturbeständigkeit bei 70°C über 24 Stunden zu unterziehen sind:

  • Ankommende nicht CE-gekennzeichnete Masken


PDF Download der Checkliste



Quelle:
Bundesministerium für Gesundheit. Einsatz von Schutzmasken in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Papier des Krisenstabs unter Einbeziehung des RKI, BfArM sowie IFA. 31.03.20

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